Buchtipp
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Wo Milliarden für das Gemeinwohl brachliegen – 
ein bemerkenswertes Buch von Felix Oldenburg

 

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Das Fundraising-Echo hatte die Gelegenheit, mit Autor Felix Oldenburg über sein neues Buch zu sprechen.

 

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Herr Oldenburg, Sie sprechen in Ihrem Buch „Der gefesselte Wohlstand“ von einem riesigen brachliegenden Potenzial in Stiftungen und privatem Vermögen. Gab es für Sie persönlich einen Auslöser, dieses Buch genau jetzt zu schreiben?

Ich hatte erst jetzt etwas Abstand zu meiner Zeit als Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, während der ich einzigartige Einsichten zum Wert des Stiftens, aber auch zu seiner Krise gewinnen konnte. Gleichzeitig spürte ich jetzt die Dringlichkeit angesichts immer neuer Rekordzahlen beim Wachstum des privaten Wohlstands einerseits und der gesellschaftlichen Herausforderungen andererseits. Je später wir das Geld für Lösungen ausgeben, desto teurer wird es. Dieses Umdenken einer nächsten Generation wollte ich mit meinem Buch anregen und unterstützen.

 

In Ihrem Buch fordern Sie, Stiftungen müssten sich stärker öffnen und wirkungsorientierter handeln. Welche konkreten Strukturen oder Denkweisen verhindern das?

Es gibt in den meisten Stiftungen eine Wand zwischen denen, die das Vermögen anlegen und denen, die aus den Erträgen die Mission verfolgen. Ein erster Schritt wäre, die Kompetenzen zusammenzuführen. Mit Personal, das beide Seiten versteht, lässt sich viel mehr bewegen – erst in der Stiftungspraxis und dann auch in Richtung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

 

Felix Oldenburg
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Sie haben viele Jahre in führender Position in der Stiftungswelt gearbeitet. Gab es einen Moment, in dem Sie das Gefühl hatten: „So kann es nicht weitergehen“?

Das war eine schöne und erfolgreiche Zeit an der Verbandsspitze. Dann habe ich erkannt, dass ich an anderer Stelle noch mehr für die Stiftungswelt bewegen kann. Mit einem Beraterteam hatte ich beziffert, dass im letzten Jahrzehnt 20-40 Milliarden Euro weniger in Stiftungsvermögen gegangen sind, als nach der Entwicklung der Privatvermögen zu erwarten gewesen wäre. Ich habe meine Kraft auf bcause gebündelt, weil ich glaube, dass diese „Stiftungslücke“ ein riesiges Marktpotenzial ist für ein neues, komplett flexibles und digitales Sinnangebot, das ins 21. Jahrhundert passt.  

 

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Felix Oldenburg

Felix Oldenburg ist eine wichtige Stimme im Diskurs um die Gegenwart und Zukunft des Stiftungswesens in Deutschland und Europa.

Sie fordern mehr Transparenz, Mut zur Veränderung und auch politische Reformen. Wie viel Veränderungswillen erleben Sie derzeit in der deutschen Stiftungslandschaft?

Wenn man sich nicht darauf einigen kann, dass es ein großes Problem mit der Attraktivität des Stiftens gibt, dann muss man über Reformen gar nicht reden. Aber die Stiftungslandschaft wird sich erweitern, flexibilisieren und auch demokratisieren, das ist nur eine Frage der Zeit.

 

In Ihrem Buch plädieren Sie dafür, privates Vermögen stärker für das Gemeinwohl zu mobilisieren. Es gibt aber auch Bedenken, dass große philanthropische Akteure – oft ohne demokratische Legitimation – politischen Einfluss nehmen oder staatliche Verantwortung verdrängen. Wie sollte aus Ihrer Sicht sichergestellt werden, dass Philanthropie dem Gemeinwohl dient, ohne demokratische Prozesse zu unterlaufen?

Wir haben in Deutschland keine annähernd so einflussreichen Philanthropen wie in den USA, und selbst konzentriert wären die Beiträge im Vergleich zum Staat winzig. Eine offene Gesellschaft braucht eine offene Einladung zu vielfältigem Engagement, auch dem Engagement mit Geld. Und wenn das digitaler, transparenter, kollaborativer wird als heute, dann ist es eine Unterstützung der Demokratie.

 

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Über das Buch

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Felix Oldenburg, ehemaliger Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen (2016–2020), wirft in seinem Buch "Der gefesselte Wohlstand: Wo die Milliarden liegen, mit denen wir die Welt verbessern können" einen kritischen Blick auf die deutsche Stiftungslandschaft. Er ist der Meinung, dass in deutschen Stiftungen viel Kapital ungenutzt verharre, statt aktiv dem Gemeinwohl zu dienen. 

Es brauche gute Lösungen und damit mehr Geld zum Beispiel gegen die Klimakrise, für bessere Bildung und Integration. Das Geld sei da – doch viele Stiftungen seien in ewigen, starren Strukturen gefangen – mit veralteten Anlagestrategien, unflexiblen Konstruktionen und mangelnder Transparenz, von denen vor allem eine kleine Finanzelite profitiere.

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Viele Reiche seien durchaus bereit, privates Vermögen gemeinwohlorientiert einzusetzen. Doch oft verhindern starre Lenkung, fehlendes Wissen und Tabus diesen Wandel. 

Oldenburg greift in seinem Buch die Debatte um Vermögensungleichheit, Steuergerechtigkeit und Kapitalismuskritik auf und versteht sein Buch als Aufruf an die Zivilgesellschaft, an Stiftungen und die Politik, diese Blockaden zu überwinden und das ungenutzte Potenzial zu heben. 

 

 

Felix Oldenburg
Der gefesselte Wohlstand

Econ Verlag
27. März 2025
240 Seiten
ISBN: 978-3-430-21201-4
24,99 € (D) / CHF 30.00 (CH)

 

 

Buchcover Der gefesselte Wohlstand
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Über den Autor:
Felix Oldenburg, geboren 1976, studierte Philosophie, Politik und Nonprofit Management. Er ist Sozialunternehmer, Verbandsmanager und Publizist, ist Mitgründer des Fintech-Startup bcause und Vorstand der gemeinnützigen Aktiengesellschaft gut.org, der Muttergesellschaft von Deutschlands größter Online-Spendenplattform Betterplace.org. Von 2016 bis 2020 war er Generalsekretär im Bundesverband Deutscher Stiftungen.

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