Krise – Das Versagen einer Republik
Deutschland hat versagt, schreibt Ulrich Schneider, langjähriger Geschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die Bundesrepublik stand mit Corona, Energiekrise und explodierenden Lebenshaltungskosten vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Unvorstellbare Summen in zahllosen Entlastungspaketen wurden ausgegeben. Trotzdem gelang es nicht, die Gesellschaft in ihrer Krise zusammenzuhalten. Deutschland lebe unter seinen Möglichkeiten. Die Armen werden zahlreicher und die Reichen werden nicht ausreichend verpflichtet. Der Staat belaste Arme, Bürgergeldempfänger, die Alten und Rentner, statt diejenigen, die diese Last schultern könnten.
Der aus Talkshows bekannte Sozialexperte und Autor rechnet schonungslos mit der Krisenpolitik von Großer Koalition und Ampel ab. Dabei wisse man, was zu tun wäre: mehr Gleichheit, mehr Gleichwürdigkeit, eine Bürgerversicherung, ein Mindestlohn, der vor Armut schützt, Klimageld, eine gute Infrastruktur oder gerechtere Steuern. Auch wenn nicht absehbar ist, dass eine fortschrittliche Steuer- und Sozialpolitik kommt, betont Schneider, dass das 'Bohren dicker Bretter' nicht aufgegeben werden darf.
Ulrich Schneider
Krise
Das Versagen einer Republik
Westend
Juni 2024
176 Seiten
ISBN 9783864894541
20,00 € (D) / CHF 24.70 (CH)
Über den Autor:
Ulrich Schneider studierte Erziehungswissenschaften, Soziologie und Religionswissenschaften. Ab 1988 war er Referent für Sozialpolitik und Informationspolitik beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, dessen Hauptgeschäftsführer er ab 1999 wurde. Im Juli 2024 schied er aus diesem Amt aus und ist seither als freier Autor und Berater tätig.