Voneinander lernen, sich gegenseitig stärken –
Arbeitsschritte, Fundraising und PR-Aktivitäten koordinieren
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Die verschiedenen Aktivitäten und Arbeitsschritte innerhalb einer Organisation aufeinander abzustimmen und sich damit gegenseitig zu stärken. Das wichtige Hilfsprojekt, der aufwendig organisierte Spendenmarathon, die lang erwartete Herzenswunscherfüllung entfalten noch größere Wirkung, wenn sie frühzeitig und koordiniert durch Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden. Hierzu ein Erfahrungsbericht.
Ein Dienstagmorgen Ende Januar in Hannover – Ute Friese, die Geschäftsführerin von Aktion Kindertraum, hat zum PR-Meeting geladen. Mit dabei: Das Team der Hilfsorganisation für Kinder, Web- und Werbeagentur, Social-Media-Agenturen, die Fundraising-Serviceagentur und freie PR- Mitarbeiter*innen. Eine vertraute Runde, denn Aktion Kindertraum hatte bereits 2018 seine PR-Aktivitäten deutlich erweitert und professionalisiert; damals feierte man das 20-jährige Jubiläum.
„Die Professionalität, die bei unseren Treffen zusammenkommt, ist sehr beeindruckend“, schildert Ute Friese. „Alle denken mit, wollen uns weiter nach vorne bringen und fördern unser Engagement“, so ihr Eindruck. Sie und ihr Team fühlten sich nach solch einem großen Meeting, das etwa sechs Stunden dauert, bestätigt und gefordert zugleich: „Die inhaltlichen Highlights des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen, die Zahlen über Medienbeiträge und Reichweiten, die Auswertungen unserer Fundraising-Aktivitäten, die Bilanzen über Likes und Follower, das alles bestätigt unseren Kurs und stimmt optimistisch fürs Jahr 2025“, sagt Friese.
Setzt auf PR-Meetings: Ute Friese, Geschäftsführerin von Aktion Kindertraum.
Was folgt aus dem Meeting?
Zugleich sei es immer wieder eine Herausforderung, im Arbeitsalltag auf die Rückschlüsse und Empfehlungen dieser Runde einzugehen. Ein kleines Beispiel: Wieder einmal hat sich bestätigt, gute, aussagekräftige Fotos sind mitentscheidend für eine hohe Resonanz auf Social-Media-Beiträge. Heißt das also, das Team zu schulen, bei ihrer Wunscherfüllungsarbeit noch bessere Fotos zu machen? Oder bedeutet das, per se einen Foto-Profi einzuplanen, nicht nur bei größeren Einsätzen?
Doch diese koordinierenden Runden – die von einem Moderator geleitet werden – werfen nicht nur Fragen auf, sie tragen auch dazu bei, die Arbeit von Aktion Kindertraum zu entlasten. So hatte sich beispielsweise in der Vergangenheit gezeigt, dass es hilfreich war, ein Jahresmotto zu formulieren. Daran ließen sich Einzelaktionen und PR-Botschaften gut ausrichten, dadurch ließ sich das Profil der Organisation weiter schärfen.
Zwei Jahre später zeigt eine weitere Einsicht: Es muss nicht immer etwas Neues kreiert oder gestartet werden. Stattdessen kann es für das Team entlastend sein, auf seinen großen Wissens- und Erfahrungsfundus zurückzugreifen. Mit dem Blick und dem Know-how der externen Agenturen und PR-Kolleg*innen ist es dann leichter, diesen Schatz zu heben und öffentlichkeitswirksam „ins Bild zu setzen“.
Aktions-Team und PR-Team –
voneinander lernen
„Wer die Möglichkeit hat, sollte sich externe Unterstützung holen“, empfiehlt Ute Friese deshalb anderen Organisationen. Bei Aktion Kindertraum geht es neben der reinen Spenderkommunikation auch darum, mit den betroffenen Familien und ehemaligen „Wunschkindern“ in Kontakt zu bleiben. Ebenso hilft Öffentlichkeitsarbeit dabei, neue Kinder und Familien auf die Hilfsangebote aufmerksam zu machen. „Dafür ist ein großes Spektrum an Kommunikationskanälen und Kommunikationsmitteln erforderlich“, so Friese weiter. Organisationen sollten aber bedenken, dass es Zeit braucht, bis das eigene Team und externe Mitarbeiter*innen richtig aufeinander eingespielt sind. „Es ist ein gegenseitiger Lernprozess, der sich dann immer weiter optimiert.“
Was hat es gebracht?
Die eigenen Hilfsaktivitäten mit seinem Fundraising und seiner Öffentlichkeitsarbeit besser zu koordinieren, dafür gibt es bei Aktion Kindertraum nicht nur das große Meeting. Regelmäßig erfolgt darüber auch in kleineren Runden der Austausch mit Arbeitsabsprachen. Zur Quintessenz des Treffens im Januar zählt, die bestehenden Kommunikationskanäle im Laufe des Jahres besser miteinander zu verknüpfen: Auch in Social-Media-Posts soll zukünftig auf Beiträge im Blog verlinkt wird, um nur ein Beispiel zu nennen. Ein anderes Ergebnis: Aktion Kindertraum will seine Website an das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das Ende Juni in Kraft tritt, anpassen.
Inhaltlich wird in 2025 das Thema „Galileo“ eine größere Rolle spielen. Denn vermehrt hat Aktion Kindertraum in den vergangenen Jahren den Wunsch nach diesem besonderen Trainingsgerät für bewegungseingeschränkte Kinder erfüllt. „Dieses Wissens um Galileo wollen wir gerne für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen, um weitere Familien und Kinder darauf aufmerksam zu machen“, so Ute Friese. Damit wird allen geholfen, den betroffenen Kindern und Aktion Kindertraum dabei, seine fachliche Reputation weiter zu steigern.
Info
Aktion Kindertraum erfüllt seit 1998 bundesweit Wünsche für Kinder und Jugendliche, deren Leben durch Behinderung, Krankheit, traumatische Ereignisse oder Schicksalsschläge außerordentlich belastet ist. Etwa 250 Wünsche jährlich erfüllt die Hilfsorganisation, so auch für jene Kinder, deren Eltern oder Geschwister schwer erkrankt sind.
„Dein Wunsch. Unsere Mission.“ Das ist das Motto von Aktion Kindertraum. Dabei schenken die erfüllten Wünsche mehreren Tausend Kindern glückliche Momente, denn oftmals kommt ein Wunsch vielen Kindern gleichzeitig zugute.
www.aktion-kindertraum.de
Zum Autor
Robert Exner gehört mit seinem Büro fundwort seit über zwanzig Jahren zum PR-Team von Aktion Kindertraum. Er moderiert regelmäßig die Meetings.
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